1. Was verbirgt sich hinter einer „online- Scheidung“ und ist sie etwas für mich?

Ist die Ehe gescheitert, so bedeutet das für die Beteiligten nicht nur seelisch, sondern auch organisatorisch Stress. Soll es zur Scheidung kommen, ist der Weg zum Anwalt zumindest für einen der Ehegatten unumgänglich. Der persönliche Termin beim Anwalt – für den man sich vielleicht sogar Urlaub nehmen muss – fällt im Fall der Online-Scheidung weg. Die Kommunikation erfolgt allein über digitale Medien. Nur für den eigentlichen Scheidungstermin bei Gericht müssen die Scheidungswilligen das Haus verlassen. Besonders für Ehegatten, die sich im Ausland aufhalten, bietet sich das Online-Scheidungsverfahren an.

2. Brauchen wir nur einen Anwalt?

Es reicht aus, wenn der Ehegatte, der den Scheidungsantrag stellt, anwaltlich vertreten ist.

3. Was müssen wir klären?

Mit der Ehescheidung ist regelmäßig die Aufteilung des in der Ehe gemeinsam erwirtschafteten Vermögens zu klären. Regelmäßig kommt es zur Teilung der Rentenansprüche (Versorgungsausgleich). Weiterhin können Fragen des Unterhalts für gemeinsame Kinder bzw. den anderen Ehegatten eine Rolle spielen. Diese Punkte können im Wege einer Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung vorher notariell geregelt werden.

4. Muss der andere einverstanden sein?

Auch wenn der andere Ehegatte nicht einverstanden ist, kann die Ehe geschieden werden. Es genügt die Feststellung, dass die Beziehung zwischen den Eheleuten endgültig zerrüttet ist.

5. Wie läuft das Verfahren ab?

Für die Einleitung eines Scheidungsverfahrens schreibt das Gesetz zunächst vor, dass die Ehegatten mindestens ein Jahr getrennt voneinander gelebt haben. Der Scheidungsantrag kann jedoch mit Blick auf die Bearbeitungszeit der Gerichte auch schon einige Monate vorher gestellt werden. Zur Bearbeitung der Online Scheidung steht ihnen das Antragsformular zur Verfügung. Dies beinhaltet sämtliche wichtigen Fragen zur Bearbeitung Ihres Antrages. Ihre Daten sind durch eine SSL-Verschlüsselung dabei vor fremdem Zugriff geschützt. Im Formular haben Sie die Möglichkeit, Eheurkunde, Geburtsurkunden gemeinsamer Kinder bzw. eine bereits bestehenden notariellen Vertrag hochzuladen und elektronisch zu übermitteln. Sie können diese Unterlagen jedoch auch gern nebst einer von Ihnen unterzeichneten Vollmacht per Post übersenden. Neben der Vollmacht muss eine Widerrufsbelehrung, welche von Ihnen zweimal unterschrieben werden muss, ebenfalls an uns im Original zurückgesandt werden. Zum einen benötigen wir die Bestätigung, dass Sie von der Widerrufsmöglichkeit Kenntnis genommen haben und die Bestätigung, dass trotz nicht abgelaufener Widerrufsfrist wir bereits mit der Arbeit beginnen können.

6. Welche Kosten entstehen?

Die Kosten richten sich nach den Nettoeinkommen beider Ehegatten. Der gesetzliche Gegenstandswert wird dabei durch deren Zusammenrechnung ermittelt. Die Gebühren für Rechtsanwalt und Gericht orientieren sich daran. Im Scheidungsantrag genügt ein ungefährer Wert. Je geringer das Einkommen, desto geringer die Kosten.

7. Verfahrenskostenhilfe

Wenn Sie aufgrund ihres geringen Einkommens nicht in der Lage sind die Kosten eines Scheidungsverfahrens selbst zu tragen, können Sie Verfahrenskostenhilfe in Anspruch nehmen. Auf Wunsch können wir Ihnen ein entsprechendes Antragsformular übermitteln.

8. Was passiert bei Rückfragen?

Rückfragen können Sie jederzeit gern telefonisch bzw. via Email an uns richten.